Pressemappe
gegenueber.app
Ein Raum für Menschen, die sich gerade nur schwer hören.
Version 1.2 · August 2026 · offene Testphase
Worum es geht
Gegenüber ist eine KI-gestützte Selbst-Mediation für Paare: Beide sprechen nacheinander aus, was sie beschäftigt – die App spiegelt zurück, was zwischen ihnen liegt, ohne je zu sagen, wer was gesagt hat, und schlägt Wege vor. Entscheiden tun die beiden.
Der immer gleiche Streit hat selten mit dem Anlass zu tun. Was fehlt, ist meistens kein Rat, sondern ein Dritter im Raum, der zuhört, ohne Partei zu nehmen – und das Gesagte so zurückgibt, dass beide es hören können, ohne sich sofort verteidigen zu müssen. Gegenüber ist dieser Dritte: eine Web-App, die auf einem Handy läuft, das zwischen zwei Menschen hin- und herwandert – oder, seit Version 1.1, auf zwei Geräten an zwei Orten.
Gegenüber ersetzt keine Paartherapie und behauptet das auch nicht. Es ist etwas für die Abende dazwischen – und für die Wochen auf einer Warteliste.
So funktioniert es
Nacheinander sprechen. Jeder sagt für sich, per Stimme oder Text, was ihn beschäftigt – ohne unterbrochen zu werden.
Der Zwischenraum liest. Aus den Stimmen wird ein gemeinsames Bild: Tendenzen und Spannungsfelder – nie „du gegen mich", immer „zwischen euch zeigt sich".
Wege erkunden. Zu jedem Spannungsfeld schlägt die App konkrete, kleine Wege vor – als Angebote, mit ehrlichem Preis.
Abwägen statt abstimmen. Jeder gibt verdeckt seine Haltung zu jedem Weg: „Das will ich", „Das trage ich mit", „Da zögere ich". Ein Zögern wird nie überstimmt, sondern in die Abmachung eingearbeitet – und wenn keiner der Wege beide trägt, baut die App aus zweien einen dritten.
Festhalten und abschließen. Vereinbarungen bekommen Schritte, Probezeit und Rückblick, ein Blatt zum Mitnehmen (PDF) – und der Abend ein Ende: „Für heute ist es gut."
Was Gegenüber anders macht
Die App erfährt nie, wer was gesagt hat. Die Stimmen gehen gemischt an das Modell. Das ist kein Datenschutzdetail, sondern der Kern: Wer keine zwei Personen kennt, kann keine Partei ergreifen – er muss aus zwei Stimmen ein gemeinsames Bild machen. Genau das ist der Schritt, den ein guter Mediator macht.
Nichts wird gespeichert. Keine Konten, keine Profile, kein Tracking. Gesprochenes fließt einmal durch den Server zum Modell und ist danach weg; das Gedächtnis des Paares – Vereinbarungen, Beschreibung – liegt ausschließlich auf dem eigenen Gerät.
Der ferne Raum. Zwei Menschen an zwei Orten teilen einen Code mit zwei Teilen – der Teil nach der Raute verlässt die Geräte nie und verschlüsselt alles, was zwischen ihnen unterwegs ist. Selbst der Betreiber könnte es nicht lesen. Jeder spricht, wann es passt; wer als Zweites abgibt, löst die gemeinsame Lesung aus, und auf beiden Geräten geht dasselbe Bild auf.
Das Zögern ist der wertvollste Beitrag. Beim Entscheiden gewinnt nicht die lauteste Stimme: Ein Zögern bekommt einen eigenen Satz und formt die Abmachung mit. In einer Abstimmung wäre die leiseste Stimme ein verlorener Punkt – hier ist sie Material.
Eine klare Grenze. Klingen in den Stimmen Gewalt, Angst voreinander oder Gefährdung an, hört die Vermittlung auf: Die App sucht dann keinen Ausgleich, sondern verweist auf Menschen und Nummern, die helfen (in Deutschland das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, 116 016, und den Notruf 110).
Die Person dahinter
Gegenüber ist das Projekt von Adam Nümm, unabhängigem Entwickler aus Berlin – entstanden aus der Überzeugung, dass diese Technik mehr sein kann als ein Chatfenster: etwas, das an einem konkreten Abend hilft, wenn zwei Menschen nicht mehr weiterwissen. Die längere Geschichte steht im Essay „Ein Dritter im Raum".
„Es gab in meinem Leben Situationen, da hätte ich so eine App gebraucht. gegenueber.app ist auch aus diesem Bedürfnis heraus entstanden, etwas zu bauen, das Menschen in bestimmten Situationen direkt helfen kann."
Adam Nümm„Die Maschine hat keinen Feierabend und keine Sympathie. Sie gewinnt nichts, wenn eine Seite recht bekommt. Das klingt kalt, aber es ist Neutralität in Reinform – und genau diese Neutralität ist es, die einen guten Mediator ausmacht."
Adam NümmAuf einen Blick
| Was | KI-gestützte Selbst-Mediation für Paare, als Web-App (keine Installation, keine Konten) |
| Seit | 30. August 2026 – offene, kostenlose Testphase; der Zugangscode steht auf der Startseite |
| Sprachen | Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Indonesisch |
| Nutzung | Ein Gerät, das zwischen beiden wandert – oder der „ferne Raum": zwei Geräte an zwei Orten, Ende-zu-Ende-verschlüsselt |
| Technik | Denkt mit Claude (Anthropic), über einen eigenen Proxy; Stimmen werden nicht gespeichert |
| Betreiber | Adam Nümm, Berlin |
| Web | gegenueber.app |
| Kontakt | listen@gegenueber.app |
Material
Bilder in Druckqualität, direkt aus der laufenden App. Für die Berichterstattung über Gegenüber frei verwendbar; Bildnachweis „gegenueber.app" genügt.
Das gemeinsame Bild
Abwägen statt abstimmen
„Für heute ist es gut."
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Vorschaubild (1200×630)